Zum Umgang mit heterogenen Sportgruppen

Sport verbindet - Sport spricht eine Sprache. Leere Versprechungen oder steckt mehr dahinter?

Sport verbindet Menschen. Nicht umsonst feiern Millionen von Menschen bei olympischen Spielen die Sportler aus verschiedenen Nationen, erleben große Gefühle bei Siegern und Verlierern. Doch wie sieht es im sportlichen Alltag im Verein aus?

Auch hier gibt es Verbindung durch die Leidenschaft für eine bestimmte Sportart, durch die Zugehörigkeit zu einer Mannschaft oder Gruppe oder die gemeinsam erarbeiteten sportlichen Erfolge. Dennoch besteht diese Verbindung nicht von alleine. Wer schon einmal neu in eine bestehende Gruppe gekommen ist, weiß, dass es schwer sein kann, sich zu integrieren. Wenn Sprachbarrieren den Austausch erschweren und der Sportverein etwas Neues und Unbekanntes ist, ist es nicht immer leicht, einen Platz in der Gemeinschaft zu finden.

Was können Trainerinnen und Trainer tun, damit Gemeinschaft entsteht, respektvoll miteinander umgegangen wird und Sprachbarrieren überwunden werden?

Rolle als Vorbild

Trainerinnen und Trainer sind Vorbilder. Insbesondere für Kinder und Jugendliche, aber auch für erwachsene Mitglieder im Verein. Denn die Trainerin oder der Trainer leitet an, sie oder er ist maßgeblich für den sportlichen Erfolg, gibt gewisse Regeln vor und hat eine Vorstellung davon, wie in der Trainingsstunde miteinander umgegangen werden soll. Damit haben Trainerinnen und Trainer auch durch ihr eigenes Verhalten Einfluss darauf, welches Verhalten in der Trainingsstunde akzeptiert wird. Geht die Trainerin offen auf eine neue Teilnehmerin zu, fördert das auch die Offenheit der Gruppe.

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Hemmschwellen abbauen

Oftmals bestehen Hemmschwellen oder gar Berührungsängste gegenüber Fremden. Dabei handelt es sich noch nicht um Ablehnung. Sich mit Fremden auseinandersetzen bedeutet Anstrengung, weil man nicht die gewohnten Reaktionen voraussetzen kann. Hinzu kommt, dass je nach Art der Sportgruppe die Interaktion bzw. Abhängigkeit von der Leistung des anderen variiert. Bei Mannschaftssportarten ist das Zusammenspiel der einzelnen Teammitglieder ein zentraler Faktor für den Erfolg. Bei einem Fitnesskurs ist es für die persönliche Leistung unerheblich, ob der Nebenmann oder die Nebenfrau die Übungen richtig macht oder weniger lange durchhält. Aber auch hier können Partnerübungen oder Aufwärmspiele mit Interaktion das Gruppengefüge stärken und Bindung zum Verein schaffen.

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Arbeitshilfen und Links

Der DOSB hat in seiner Broschüre "Integration durch Sport - Arbeitshilfe für die Praxis" einige Spielideen zur Förderung der Interaktion zusammengetragen, die für 6,50 € bestellt werden kann. Einen Auszug sowie das Bestellformular findet Ihr auf der Seite von Integration durch Sport im Bereich Service, Info-Material unter dem Stichwort Broschüren "Vorschau zur Arbeitshilfe für Übungsleiter/innen".

Des Weiteren bietet der Landessportverband Baden-Württemberg das Seminar "Fit für die Vielfalt" an, das sich an Übungsleiter/innen und Funktionäre in Sportvereinen wendet. Das Seminar gibt es als Schnupperformat, eintägige Fortbildung oder als Wochenendseminar.

Der Württembergische Landessportbund (WLSB) bietet ebenso Fort- und Weiterbildungen zum Thema. Neu ist die Ausbildung zum Trainer/in für Toleranz und Demokratie im Sport.

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